Fußballverband Niederrhein e.V.
Kreis 8 - Kleve - Geldern

Ehrenamt und Steuern

Ralf Trögel hat in einem Vortrag zum Thema "Ehrenamtspauschale" wichtige Fakten zusammengestellt, die ehrenamtliche Mitarbeiter in Verband und Vereinen in steuerlicher Hinsicht unbedingt beachten sollten.
Der Vortrag ist ebenfalls zum Download verfügbar, scrollen Sie dazu bitte bis an das Ende dieser Seite.

Inhaltverzeichnis

1. Ehrenamtspauschale
2. Steuerfrei sind gem. § 3 Nr. 26 a EStG
3. Voraussetzungen
4. Nebenberuflichkeit
5. Im Dienst oder Auftrag einer gemeinnützigen Einrichtung
6. Höchstbetrag von 500,00 € pro Jahr
7. Satzungsmäßige Verankerung
8. Tatsächlicher Mittelabfluss
9. Angemessenheit

1. Ehrenamtspauschale

  • Einführung durch das Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements vom 10.10.2007
  • rückwirkend ab dem 01.01.2007 gültig
  • gesetzliche Regelung in § 3 Nr. 26 a Einkommensteuergesetz

2. Steuerfrei sind gem. § 3 Nr. 26 a EStG:

  • 26a. „Einnahmen aus nebenberuflichen Tätigkeiten im Dienst oder Auftrag einer inländischen juristischen Person des öffentlichen Rechts oder einer unter § 5 Abs. 1 Nr. 9 des Körperschaftsteuergesetzes fallenden Einrichtung zur Förderung gemeinnütziger, mildtätiger und kirchlicher Zwecke ( §§ 52 bis 54 der Abgabenordnung) bis zur Höhe von insgesamt 500 Euro im Jahr.
  • Die Steuerbefreiung ist ausgeschlossen, wenn für die Einnahmen aus der Tätigkeit - ganz oder teilweise - eine Steuerbefreiung nach § 3 Nr. 12 oder 26 gewährt wird.
  • Überschreiten die Einnahmen für die in Satz 1 bezeichneten Tätigkeiten den steuerfreien Betrag, dürfen die mit den nebenberuflichen Tätigkeiten in unmittelbarem wirtschaftlichen Zusammenhang stehenden Ausgaben abweichend von § 3c nur insoweit als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abgezogen werden, als sie den Betrag der steuerfreien Einnahmen übersteigen."

3. Voraussetzungen 

  • Nebenberuflichkeit 
  • im Dienst oder Auftrag einer Einrichtung zur Förderung gemeinnütziger, mildtätiger oder kirchlicher Zwecke
  • Höchstbetrag von 500,00 € im Jahr
  • satzungsmäßige Verankerung
  • tatsächlicher Mittelabfluss
  • Angemessenheit

4. Nebenberuflichkeit

  • Nebenberuflich tätig ist, wer von dieser Tätigkeit seinen Lebensunterhalt nicht bestreiten muss. Eine nebenberufliche Tätigkeit ist immer gegeben, wenn sie nicht mehr als 1/3 der Arbeitszeit eines vergleichbaren Vollzeiterwerbs in Anspruch nimmt
  • Es gelten die gleichen Kriterien im Bereich „Nebenberuflichkeit" wie bei den Übungsleitern
  • d.h.: 10 Stunden Vereinsarbeit pro Woche schaden nicht

5. Im Dienst oder Auftrag einer gemeinnützigen Einrichtung

  • keine Begrenzung auf bestimmte Tätigkeiten im gemeinnützigen Bereich
  • Tätigkeit nur im ideellen Bereich und im Zweckbetrieb
  • Freibetrag kommt allen Vereinsfunktionären zugute
  • begünstigte Personen können sein: Mitglieder des Vorstandes, Kassierer, Bürokräfte, Platzwart, Reinigungspersonal, Aufsichtspersonal

6. Höchstbetrag von 500,00 € pro Jahr

  • jährlicher Höchstbetrag von 500,00 €
  • Jahresfreibetrag - also monatliche Zahlung oder Einmalzahlung möglich
  • Wichtig: Werden Aufwandsentschädigungen bezahlt, die höher sind als der   Freibetrag, müssen die entsprechenden Aufwendungen nachgewiesen werden
  • Zahlungen oberhalb des Freibetrages müssen versteuert werden             

Hinweis: Freigrenze für sonstige Einnahmen von 256,00 € beachten!

7. Satzungsmäßige Verankerung

  • Anspruch auf Auszahlung der Ehrenamtspauschale muss in der Satzung verankert sein
  • ansonsten: Verstoß gegen die Satzung und Verlust der Gemeinnützigkeit
  • vereinsinterne Haftung des Vorstandes
  • Ohne Satzungsregelung muss Mitgliederversammlung der Zahlung zustimmen Empfehlung: bei anstehender Satzungsänderung folgende Vergütungsregelung als Kann-Klausel aufnehmen: Tätigkeiten im Dienst des Vereins dürfen nach Maßgabe eines Vorstandsbeschlusses vergütet werden.
  • Übergangsregelung zur Satzungsänderung
    • Im Erlass vom 22.04.2009 wird klargestellt, dass keine schädlichen Folgen für die Gemeinnützigkeit bestehen, wenn bis zum 31.12.2009 eine Satzungsänderung, die eine Bezahlung des Vorstandes zulässt, beschlossen wird.

8. Tatsächlicher Mittelabfluss

  • Zahlungen müssen auch erfolgen (Problem der Kasse)
  • Zahlung nur für Tätigkeiten im Rahmen der satzungsmäßigen Zwecke
  • Gegenleistung des Empfängers muss gegeben sein
  • Rückspenden sind möglich, müssen aber freiwillig sein
  • Ausstellung einer Zuwendungsbestätigung als sog. Aufwandsspende

9. Angemessenheit

  • Auch hier gilt der Grundsatz der Mittelbindung und -verwendung
  • Zahlung darf nicht überhöht sein und muss in einem angemessenen Verhältnis zur Arbeitsleistung stehen  

Wichtig: schriftliche Vereinbarungen treffen!!

Download Ehrenamtspauschale (42 kB)
Ralf Trögels Vortrag zum Thema Ehrenamtspauschale zum Download